Das Wichtigste in Kürze

  • Roth umfasst die klassische Langdistanz mit 3,8 km Schwimmen, 180 km Rad und 42,2 km Laufen. Die Ausgabe 2026 startet am 5. Juli um 6:30 Uhr
  • Die Strecke gilt als die schnellste der Welt, hier stehen die Weltbestzeiten: Magnus Ditlev 7:23:24 und Anne Haug 8:02:38 (beide 2024)
  • Der Solarer Berg ist rund 1 km lang mit bis zu 12 Prozent, wird zweimal befahren und ist von Zehntausenden gesäumt. Insgesamt stehen rund 260.000 Zuschauer an der Strecke
  • Rund 3.500 Einzelstarter plus 650 Staffeln gehen an den Start, die Plätze sind regelmäßig in unter 60 Sekunden ausverkauft
  • Das Zeitlimit liegt bei 15 Stunden, mit gezielter Vorbereitung von Umfang, Pacing und Ernährung ist Roth auch für ambitionierte Agegrouper machbar

Was die Challenge Roth ist

Die DATEV Challenge Roth ist der größte und schnellste Langdistanz-Triathlon der Welt: 3,8 km Schwimmen im Main-Donau-Kanal, 180 km Rad durch Franken über den berühmten Solarer Berg und ein Marathon ins Stadion von Roth. 2026 findet sie am 5. Juli statt.

Kein anderer Langdistanz-Triathlon hat diesen Klang. Wer Roth sagt, meint nicht nur ein Rennen, sondern den Solarer Berg voller Menschen, das ausverkaufte Zielstadion und die schnellsten Zeiten, die jemals über diese Distanz gefahren und gelaufen wurden. Roth ist ein Volksfest: Rund 3.500 Einzelstarter und 650 Staffeln aus aller Welt gehen an den Start, unterstützt von etwa 7.500 Helfern und rund 260.000 Zuschauern entlang der Strecke.

Wichtig zur Einordnung: Obwohl viele weiterhin Ironman Roth sagen, ist das Rennen seit 2002 markenrechtlich kein Ironman mehr, sondern Teil der Challenge Family. Die Distanz ist identisch zur Ironman-Distanz, der Name aber ein anderer. Das ändert nichts am Mythos, im Gegenteil, Roth hat sich seinen eigenen Ruf erarbeitet.

Die nackten Zahlen

3,8 km Schwimmen, 180 km Rad, 42,2 km Laufen. Das Zeitlimit liegt bei 15 Stunden, gemessen ab dem eigenen Startsignal. Damit ist Roth einerseits ein Schaufenster für Weltrekorde und andererseits ein erreichbares Ziel für ambitionierte Altersklassen-Athleten, die ihr Training ernst nehmen.

Die Strecke: Schwimmen, Rad und der Solarer Berg

Die Strecke ist das Herz des Roth-Mythos und einer der Gründe, warum hier so schnelle Zeiten möglich sind.

Schwimmen im Main-Donau-Kanal

Geschwommen wird über 3,8 km im Main-Donau-Kanal. Der Kanal ist ruhig, ohne Wellen und Strömung, und die Athleten starten in Wellen statt in einem chaotischen Massenstart. Das geschützte, gerade Wasser macht das Schwimmen planbar und schnell. Genau diese Ruhe unterscheidet Roth von vielen Freiwasser-Rennen im offenen Meer.

180 km Rad über den Solarer Berg

Die 180 km Rad führen als Zwei-Runden-Kurs durch das fränkische Hügelland mit rund 1.300 Höhenmetern. Das Profil ist wellig, aber gut zu fahren, wer sauber in der Aeroposition liegt, wird belohnt. Das emotionale Zentrum ist der Solarer Berg: rund 1 km Anstieg mit bis zu 12 Prozent Steigung, zweimal zu befahren und Wand an Wand von Zehntausenden gesäumt. Kuhglocken, Sprechchöre, eine schmale Gasse durch die Menge wie bei einer Bergankunft der Tour de France. Viele beschreiben diesen Moment als den lautesten im gesamten Triathlon.

Marathon ins Stadion

Der abschließende Marathon verläuft zu großen Teilen flach am Kanal entlang und endet im legendären Zielstadion von Roth. Der Einlauf vor vollen Rängen gilt als einer der emotionalsten Zielbereiche des Sports. Für viele Agegrouper ist genau dieser Moment das eigentliche Ziel der ganzen Saison.

Rekorde und Geschichte

Roth ist die Bühne für die schnellsten Langdistanz-Zeiten der Welt.

Vom Ironman Europe zur Challenge

Triathlon kam 1984 nach Roth, ab 1990 wurde die volle Langdistanz ausgetragen, zunächst als Ironman Europe. Nach Streit mit der Ironman-Marke gründete die Organisatoren-Familie Walchshöfer 2002 die eigenständige Challenge Roth. Seitdem hat sich das Rennen zum Maßstab der Szene entwickelt und gilt als das Rennen, bei dem Bestzeiten fallen.

Die schnellste Strecke der Welt

Die Liste der Rekorde ist beeindruckend. 2024 schrieben gleich zwei Athleten Geschichte. Magnus Ditlev gewann seinen dritten Titel in Folge in einer Weltbestzeit von 7:23:24 Stunden. Anne Haug unterbot bei den Frauen die erst ein Jahr zuvor von Daniela Ryf in Roth aufgestellte Weltbestzeit (8:08:21, 2023) um knapp sechs Minuten und siegte in 8:02:38 Stunden. Dass beide Weltbestzeiten ausgerechnet in Roth stehen, ist kein Zufall: ruhiges Kanalschwimmen, ein schneller, aber nicht flacher Radkurs und die Energie der Zuschauer machen die Strecke außergewöhnlich schnell.

Wie Du einen Startplatz bekommst

So begehrt wie Roth ist kaum ein anderer Langdistanz-Triathlon. Die Einzelplätze sind regelmäßig in unter 60 Sekunden ausverkauft, sobald die Anmeldung öffnet.

Anmeldung am Stichtag

Wer dabei sein will, muss den Anmeldetag im Kalender markieren, vorab ein Konto anlegen und pünktlich bereitstehen. Es zählt jede Sekunde, ähnlich wie beim Ticketkauf für ein ausverkauftes Konzert. Plane den Termin fest ein und halte Deine Daten bereit, bevor die Registrierung öffnet.

Staffel und Alternativen

Es gibt aber mehrere Wege nach Roth. Neben den Einzelplätzen kannst Du als Dreier-Staffel starten, in der sich drei Personen Schwimmen, Rad und Laufen teilen. Das ist deutlich leichter zu bekommen und ein perfekter Einstieg in die Roth-Atmosphäre. Außerdem vergeben Charity-Programme und Reiseveranstalter Kontingente. Wer keinen Platz ergattert, findet in anderen europäischen Langdistanzen gute Alternativen, um sich heranzutasten, bevor Roth ruft.

So bereitest Du Dich auf die Langdistanz vor

Roth ist machbar, aber nichts, was man unterschätzen sollte. Eine Langdistanz fordert über viele Stunden Tempo, Konzentration und einen funktionierenden Magen. Drei Bausteine entscheiden über einen guten Tag.

Einzelner Triathlet läuft spät im Rennen erschöpft auf einem flachen Weg am Kanal entlang
Der Marathon am Kanal entscheidet das Rennen oft im Kopf und im Magen. Wer Pacing und Ernährung geübt hat, bleibt hier stark.

Umfang und lange Einheiten

Die Basis ist aerobe Grundlagenausdauer. Ein großer Teil des Trainings sollte in niedriger Intensität liegen, ergänzt um regelmäßige lange Rad- und Laufeinheiten und gezieltes Koppeltraining, bei dem Du direkt nach dem Rad in den Lauf gehst. So gewöhnt sich Dein Körper an die Belastung über viele Stunden und Du baust die nötige Ermüdungsresistenz auf, um spät im Rennen nicht einzubrechen. Den Großteil dieser Stunden absolvierst Du sinnvoll im Zone-2-Bereich.

Pacing und Renntag-Ernährung

Die häufigsten Roth-Dramen passieren nicht in den Beinen, sondern im Kopf und im Magen. Fahre den Radsplit kontrolliert, gerade am Solarer Berg verleitet die Stimmung zu einem Tempo, das Du später teuer bezahlst. Übe Deine Renntag-Ernährung im Training so, wie Du sie im Rennen brauchst, mit ausreichend Kohlenhydraten pro Stunde und genug Natrium. Plane außerdem für Hitze: Anfang Juli kann es in Franken heiß werden, eine gezielte Hitzeanpassung in den Wochen davor zahlt sich am Renntag aus.

Was Roth einzigartig macht

Solarer Berg

Rund 1 km Anstieg mit bis zu 12 Prozent, zweimal zu fahren, gesäumt von Zehntausenden. Der lauteste Moment im Triathlon, Tour-de-France-Feeling inklusive.

Schwimmen im Kanal

3,8 km im ruhigen Main-Donau-Kanal, ohne Wellen und Strömung. Planbar, geschützt und schnell, ideal auch für weniger erfahrene Freiwasserschwimmer.

Zielstadion

Der Einlauf ins ausverkaufte Stadion von Roth gilt als einer der emotionalsten Zielbereiche des gesamten Sports. Für viele der Moment der Saison.

Schnellste Strecke

Hier stehen die Weltbestzeiten über die Langdistanz. Ruhiges Schwimmen, ein zügiger Radkurs und die Zuschauerenergie machen Roth außergewöhnlich schnell.

Staffel-Option

Als Dreier-Staffel teilst Du Dir die drei Disziplinen mit zwei Mitstreitern. Der leichteste Weg, die Roth-Atmosphäre einmal selbst zu erleben.

Atmosphäre

Rund 260.000 Zuschauer, etwa 7.500 Helfer und Starter aus aller Welt machen aus dem Renntag ein Volksfest, das weit über den Sport hinausgeht.