Peroneus-/Fibularis-Tendinopathie: Schmerz außen am Knöchel beim Laufen
Es brennt an der Außenseite von Knöchel und Unterschenkel, vor allem hinter dem Außenknöchel. Warum die Wadenbeinsehnen überlasten, wie du das Problem von Achillessehne, Tibialis posterior und Shin Splints abgrenzt und mit progressivem Krafttraining und Geduld zurückkommst.
Das Wichtigste in Kürze
Die Peroneus- oder Fibularis-Tendinopathie ist eine Überlastung der beiden Wadenbeinsehnen (Peroneus longus und brevis) im lateralen Kompartiment. Sie macht Schmerz an der Außenseite von Knöchel und Unterschenkel, typisch hinter dem Außenknöchel.
Sie ist eine eigenständige Diagnose. Achillessehnen-Schmerz sitzt hinten, Tibialis-posterior-Schmerz innen, Shin Splints an der Schienbeinkante. Die Peroneussehnen liegen seitlich außen.
Leitsymptom ist Schmerz beim aktiven Auswärtsdrehen des Fußes (Eversion) gegen Widerstand und beim Laufen, oft nach einer schnellen Umfangssteigerung oder einem früheren Umknicken.
Reha-Goldstandard ist progressives Krafttraining der Sehne. Die Belastungshöhe zählt mehr als die genaue Kontraktionsform. Exzentrik, schweres langsames Training und kombinierte Programme wirken vergleichbar gut (Challoumas et al. 2023).
Geduld ist Pflicht. Konservativ rechnet man mit rund vier bis sechs Monaten (Walt & Massey 2023). Belastungsfaktoren sind Hohlfuß, Bandinstabilität und der Zusatzmuskel Peroneus quartus (~10,6 Prozent, Yuksel et al. 2025).
Wenn beim Laufen die Außenseite von Knöchel und Unterschenkel brennt, ist die wahrscheinlichste Erklärung eine Peroneus- oder Fibularis-Tendinopathie, also eine Überlastung der beiden Wadenbeinsehnen außen am Sprunggelenk. Typisch ist Schmerz hinter und unter dem Außenknöchel, vor allem beim Auswärtsdrehen des Fußes und beim Laufen. Behandelt wird sie konservativ mit progressivem Krafttraining über mehrere Monate.
Viele denken bei Schmerz außen am Knöchel zuerst an einen Bänderschaden oder an Shin Splints. Oft steckt aber etwas anderes dahinter, das genau zwischen die bekannten Laufverletzungen fällt. Die Peroneussehnen, heute auch Fibularissehnen genannt, gehören zu zwei Muskeln, die seitlich außen am Unterschenkel sitzen, dem Peroneus longus und dem Peroneus brevis. Beide Sehnen laufen gemeinsam in einer Sehnenscheide hinter dem Außenknöchel um den Knochen herum nach unten zum Fuß. Der brevis setzt am fünften Mittelfußknochen an, der longus zieht unter dem Fuß hindurch bis zum ersten Mittelfußknochen.
Was diese Sehnen den ganzen Tag tun
Diese beiden Muskeln drehen den Fuß nach außen, die sogenannte Eversion, und helfen, ihn nach unten zu strecken (Plantarflexion). Vor allem aber stabilisieren sie das Sprunggelenk seitlich, also genau dann, wenn dein Fuß bei jedem Laufschritt aufsetzt und kurz wegzukippen droht. Genau hier liegt der Unterschied zu den anderen Sehnenproblemen am Unterschenkel. Die Peroneussehnen sitzen im lateralen Kompartiment, also klar an der Außenseite. Das macht sie zu einer eigenständigen Diagnose, die man nicht mit den Nachbarn verwechseln sollte.
Wichtig ist die Abgrenzung, weil sich die Behandlung am Schmerzort orientiert. Wer außen am Knöchel ein Peroneus-Problem als verkappten Bänderriss oder als Shin Splints behandelt, trainiert die falsche Struktur. Die Sehne wird überlastet, weil sie über Wochen zu viel und zu schnell arbeiten musste, nicht weil ein Band gerissen ist. Verwandt, aber klar abzugrenzen sind andere Laufbeschwerden am Unterschenkel wie die Achillessehnen-Tendinopathie hinten oder die Shin Splints an der Schienbeinkante.
Symptome und Abgrenzung zu den Nachbarn
Das Leitsymptom ist Schmerz an der Außenseite von Knöchel und Unterschenkel, klassisch hinter und unter dem Außenknöchel. Anfangs zwickt es nur zu Beginn des Laufs oder danach, später schmerzt es während der ganzen Einheit und bei jedem Auswärtsdrehen des Fußes. Manchmal kommen eine Schwellung hinter dem Außenknöchel oder ein Schnappen und Knacken dazu, wenn die Sehne über den Knochen springt. Der einfachste Selbsttest: Dreh den Fuß aktiv gegen Widerstand nach außen. Tut das an der Außenkante weh, spricht das für die Peroneussehnen.
Die Abgrenzung zu den anderen Laufverletzungen ist entscheidend, weil sie alle ähnlich klingen, aber an verschiedenen Stellen sitzen. Ein Schmerz an der Achillessehne sitzt hinten, oberhalb der Ferse. Eine Tibialis-posterior-Tendinopathie macht Schmerz an der Innenseite, hinter dem Innenknöchel. Shin Splints, das Schienbeinkantensyndrom, ziehen entlang der vorderen oder inneren Schienbeinkante. Die Peroneus-Tendinopathie dagegen sitzt klar seitlich außen. Wenn du mit dem Finger auf den schmerzhaftesten Punkt zeigen kannst und der hinter dem Außenknöchel liegt, ist die Richtung klar.
Wo der Schmerz sitzt: vier Nachbarn, vier Orte
Vier ähnlich klingende Laufbeschwerden, vier verschiedene Orte. Türkis markiert den Fokus dieses Artikels: die Peroneus-/Fibularis-Sehnen außen, hinter dem Außenknöchel. Schematische Darstellung nach Walt & Massey (2023).
Achtung bei der Vorgeschichte: Viele Betroffene haben früher schon einmal umgeknickt. Eine chronische Bandinstabilität nach einem Umknicken lässt die Sehnen ständig gegenarbeiten, weil sie das wackelige Gelenk stabilisieren müssen. Genau deshalb wird aus einem alten Bänderschaden oft Monate später ein Sehnenproblem. Bleibt der Schmerz hartnäckig, schwillt das Gelenk dauerhaft an oder gibt die Sehne hörbar nach, gehört das in ärztliche Hände. Bildgebung wie Ultraschall, mit einer Sensitivität von rund 100 Prozent für Risse, oder MRT klärt, ob nur eine Reizung oder schon ein Längsriss vorliegt.
Ursachen und Risikofaktoren beim Läufer
Wie fast jede Lauf-Tendinopathie entsteht auch diese durch zu viel Belastung in zu kurzer Zeit. Die Sehne verträgt Belastung gut, wenn die Steigerung langsam genug ist, damit sie sich anpassen kann. Springt der Wochenumfang plötzlich nach oben, kommen viele schnelle Richtungswechsel dazu oder ein neuer harter Untergrund, dann hängt die Anpassung der Sehne hinter der Belastung hinterher. Genau dann beginnt die Reizung. Langstreckenläufer trifft es besonders, weil sich kleine Fehlbelastungen über tausende Schritte aufsummieren. Wie schnell du Umfang aufbauen darfst, ohne dieses Fenster zu überschreiten, behandeln wir im Artikel zur 10-Prozent-Regel.
Ein nach außen abgelaufener Schuh und ein nach innen gekippter Rückfuß zwingen die Peroneussehnen, dauerhaft gegenzuhalten. Solche Muster summieren sich über tausende Schritte zur Überlastung.
Dazu kommen anatomische Faktoren, die die Sehnen außen stärker beanspruchen. Ein Hohlfuß (Cavus) mit hoher Längswölbung und nach innen gekipptem Rückfuß zwingt die Peroneussehnen, ständig dagegenzuhalten. Eine chronische seitliche Bandinstabilität nach früherem Umknicken tut dasselbe. Und es gibt eine angeborene Variante: einen Zusatzmuskel namens Peroneus quartus, den rund 10,6 Prozent der Menschen haben. Seine Anwesenheit ist statistisch klar mit Peroneussehnen-Problemen verknüpft, vor allem mit einer Reizung der brevis-Sehne (Chancenverhältnis rund 3-fach erhöht, Yuksel et al. 2025). Das heißt nicht, dass jeder mit diesem Muskel Beschwerden bekommt, aber es erklärt, warum manche Läufer trotz sauberem Training immer wieder dieselbe Stelle reizen.
Bei der Verteilung der echten Strukturschäden zeigt sich ein klares Muster: Reine Risse betreffen weit überwiegend die brevis-Sehne (rund 88 Prozent der Risse), seltener den longus (rund 13 Prozent), in gut einem Drittel der Fälle beide gemeinsam (Walt & Massey 2023). Für dich als Läufer heißt das vor allem eines: Wer die Außenseite ignoriert und weiterläuft, riskiert, aus einer reversiblen Reizung einen echten Sehnenschaden zu machen.
Reha: progressive Belastung schlägt alles andere
Die gute Nachricht: Eine Sehnen-Tendinopathie behandelt man fast immer konservativ, und das wirksamste Mittel ist kein Medikament, sondern dosiertes Krafttraining der Sehne selbst. Eine lebende systematische Übersicht mit Netzwerk-Meta-Analyse zu Sehnen-Tendinopathien der unteren Extremität (Challoumas et al. 2023) kommt klar zu dem Schluss, dass progressives Belastungstraining die erste Wahl ist und mindestens drei Monate als Hauptbehandlung laufen sollte, bevor man Zusätze wie Stoßwelle oder Spritzen überhaupt erwägt. Keiner dieser Zusätze war dem Krafttraining allein überlegen.
Lange galt die Exzentrik als einziger Königsweg, also das langsame, bremsende Absenken unter Last. Die neuere Evidenz relativiert das: Entscheidend ist offenbar die Belastungshöhe und die Intensität der Muskelanspannung, nicht die genaue Kontraktionsform. Schweres langsames Krafttraining, reine Exzentrik und kombinierte Programme schneiden in den Vergleichen ähnlich gut ab. Für die Achillessehne, die am besten untersuchte Lauf-Sehne, zeigt eine systematische Übersicht (Sivrika et al. 2023) zwar eine etwas stärkere Evidenz für die Exzentrik gegenüber rein konzentrischem Training, betont aber genauso, dass schweres langsames Training und kombinierte Programme vergleichbar wirken. Für dich heißt das: Du brauchst kein kompliziertes Spezialprotokoll. Du brauchst eine Übung, die die Peroneussehnen unter spürbarer, langsam steigender Last fordert, und die Geduld, sie über Wochen durchzuziehen.
Die Kernübung für die Außenseite: Eversion gegen Widerstand. Das Band um den Vorfuß, langsam nach außen drehen und betont langsam zurück. Die Last steigerst du über Wochen, indem du das Band straffer machst.
Konkret für die Außenseite: Trainiere die Eversion gegen Widerstand, zum Beispiel mit einem Theraband um den Vorfuß, langsam nach außen und betont langsam zurück. Dazu kontrollierte einbeinige Wadenheber und Balanceübungen auf einem Bein, denn die Peroneussehnen sind in erster Linie Stabilisatoren. Die Last steigerst du über Wochen, indem du das Band straffer machst oder Wiederholungen und Sätze erhöhst. Ein bisschen Schmerz während der Übung, etwa bis 3 von 10, ist erlaubt, solange er nach der Einheit wieder abklingt und am nächsten Morgen nicht schlimmer ist. Wie stark Krafttraining gegen Sehnenschmerz wirkt, zeigt eine Meta-Analyse zu Effektstärken (Swinton et al. 2023): Ein mittlerer Effekt auf den Schmerz liegt bei einer standardisierten Differenz von etwa 0,94, ein großer bei rund 1,45. Das ist eine Größenordnung, die man im Alltag deutlich spürt.
Was Krafttraining gegen Sehnenschmerz bringt (Effektstärke)
Trainingstherapie wirkt: Die Schwellen für eine kleine, mittlere und große Schmerzlinderung bei Sehnen-Tendinopathien liegen bei einer standardisierten Differenz von rund 0,53, 0,94 und 1,45 (Swinton et al. 2023). Gute Programme erreichen den mittleren bis großen Bereich, also einen im Alltag spürbaren Unterschied.
Beispiel-Einheit
Progressives Krafttraining für die Außenseite
3–4× pro Wocheüber mehrere MonateSchmerz bis 3/10
Eversion gegen Widerstand: Theraband um den Vorfuß, Fuß langsam nach außen drehen und betont langsam zurück, 3 Sätze à 12–15 Wiederholungen.
Einbeinige Wadenheber: langsam hoch und kontrolliert ab, 3 Sätze à 10–15 Wiederholungen, später mit Zusatzgewicht im Rucksack.
Balance auf einem Bein: 3× 30–45 s, Augen offen, später instabiler Untergrund oder Augen zu, trainiert die Sehnen als Stabilisatoren.
Last steigern: alle ein bis zwei Wochen Band straffer, Gewicht höher oder Wiederholungen mehr, solange der Morgen-Schmerz nicht zunimmt.
Beispielhafte Orientierung aus der zitierten Evidenz, kein individueller Behandlungsplan. Steige vorsichtig ein und lass anhaltende Schwellung, hörbares Schnappen oder Schmerz, der trotz Entlastung über Wochen bleibt, ärztlich abklären, bevor du weiter belastest.
So gehst du vor und beugst vor
Akut gilt: relative Ruhe statt komplettem Stopp. Reduziere Tempo, Umfang und Untergründe, die wehtun, aber halte das Bein in Bewegung. Ein seitlicher Fersenkeil im Schuh kann die Peroneussehnen entlasten, gerade bei Hohlfuß (Walt & Massey 2023). Schmerzmittel maskieren nur das Signal und gehören höchstens kurz und überlegt dazu. Parallel startest du das Krafttraining. Plane dafür Monate ein, nicht Tage: Konservativ rechnet man mit einem Behandlungszeitraum von rund vier bis sechs Monaten, bis eine hartnäckige Reizung wirklich abgeklungen ist. Wer nach zwei schmerzfreien Tagen zurück in den vollen Umfang springt, landet fast sicher wieder am Anfang.
Vorbeugen heißt, die Sehne stark und das Sprunggelenk stabil zu halten. Wenn du früher schon umgeknickt bist, ist gezieltes Stabilitäts- und Krafttraining für die Außenseite keine Kür, sondern Pflicht. Hier lohnt sich der Blick auf grundsätzliche Stabilität und Kraft im Ausdauersport, denn eine stabile Kette von Hüfte bis Fuß entlastet auch die Sehnen außen. Und die wichtigste Regel bleibt die alte: Steigere deinen Umfang in kleinen Schritten, gib der Sehne Zeit zur Anpassung und nimm einen ersten leisen Schmerz an der Außenkante ernst, bevor er chronisch wird. Eine reversible Reizung früh abzufangen ist immer leichter, als aus einem alten Sehnenschaden zurückzukommen.
Außen statt überall
Der Schmerz hinter dem Außenknöchel grenzt die Peroneussehnen klar von Achillessehne, Tibialis posterior und Shin Splints ab.
Eversion testen
Fuß aktiv gegen Widerstand nach außen drehen. Schmerz an der Außenkante ist das verräterische Leitzeichen.
Last dosieren
Relative Ruhe: Tempo, Umfang und schnelle Richtungswechsel senken, aber in Bewegung bleiben statt komplett pausieren.
Sehne belasten
Progressives Krafttraining ist erste Wahl. Eversion gegen Band, einbeinige Wadenheber, Balance, über Wochen steigern.
Form egal, Last zählt
Exzentrik, schweres langsames und kombiniertes Training wirken vergleichbar. Entscheidend ist die Belastungshöhe.
Monate einplanen
Konservativ rechnet man mit vier bis sechs Monaten. Wer zu früh zurückspringt, landet wieder am Anfang.
Wie dich das strongerlab Coaching bei Schmerz an der Außenseite unterstützt
Eine Peroneus-Tendinopathie loszuwerden heißt selten, einfach ein paar Wochen zu pausieren. Es geht darum,
Trainingslast, gezieltes Krafttraining für die Außenseite und einen klugen Wiedereinstieg zur richtigen Zeit
zusammenzubringen, ohne dass dein Training komplett zum Erliegen kommt. Im strongerlab Coaching schauen wir
gemeinsam, woher die Überlastung der Sehne kommt und an welchen Stellschrauben du wirklich drehen musst.
Wir fokussieren uns auf deine Trainingsplanung und berücksichtigen dabei dein aktuelles Leistungsniveau,
deine Saisonziele und die realistischen Zeitfenster, die dir zur Verfügung stehen.
So entsteht ein Programm, das die Laufbelastung sauber dosiert, die Sehne progressiv stärkt und dich
Schritt für Schritt zurück ins volle Training bringt.
✓Last dosieren statt komplett pausieren
✓Progressives Krafttraining für die Außenseite
✓Stoßarmes Cross-Training in der akuten Phase
✓Strukturierter, schmerzarmer Wiedereinstieg ins Laufen
Empfehlung von strongerlab. Wenn deine Außenseite beim Laufen immer wieder brennt oder du nicht weißt, wie du
trotz Beschwerden sinnvoll weitertrainierst, hilft dir ein strukturiertes Programm, die richtigen Reize zur
richtigen Zeit zu setzen.
1
Status-Quo Analyse
Wir starten mit einem Überblick über deine Beschwerden, dein aktuelles Training und deine Ziele.
So finden wir heraus, woher die Überlastung der Peroneussehnen wirklich kommt.
2
Strukturiertes Trainingsprogramm
Auf Basis deines Profils erstellen wir ein Programm aus dosierter Laufbelastung, progressivem
Krafttraining und Cross-Training, das dich schmerzarm aus dem Schmerz an der Außenseite herausführt.
3
Anpassung bei Bedarf
Beschwerden verändern sich, Ziele verschieben sich. Wenn der Schmerz nachlässt oder ein Wettkampf
näher rückt, passen wir dein Programm an, damit du langfristig stabil bleibst.
Was ist eine Peroneus- oder Fibularis-Tendinopathie?
Eine Peroneus- oder Fibularis-Tendinopathie ist eine Überlastung der beiden Wadenbeinsehnen, des Peroneus longus und des Peroneus brevis, im lateralen Kompartiment des Unterschenkels. Diese Sehnen laufen hinter dem Außenknöchel um den Knochen herum und stabilisieren das Sprunggelenk seitlich. Bei Überlastung machen sie Schmerz an der Außenseite von Knöchel und Unterschenkel, vor allem beim Auswärtsdrehen des Fußes und beim Laufen.
Wie unterscheide ich die Peroneus-Tendinopathie von Achillessehne, Tibialis posterior und Shin Splints?
Über den Schmerzort. Die Peroneussehnen sitzen seitlich außen, der Schmerz liegt hinter und unter dem Außenknöchel. Eine Achillessehnen-Tendinopathie sitzt hinten oberhalb der Ferse, eine Tibialis-posterior-Tendinopathie an der Innenseite hinter dem Innenknöchel und Shin Splints entlang der Schienbeinkante. Wenn du auf den schmerzhaftesten Punkt zeigen kannst und der hinter dem Außenknöchel liegt, spricht das für die Peroneussehnen.
Was hilft bei Schmerz an der Außenseite des Knöchels beim Laufen?
Zuerst relative Ruhe statt komplettem Stopp: Tempo, Umfang und schmerzhafte Untergründe reduzieren, aber in Bewegung bleiben. Der wichtigste Schritt ist progressives Krafttraining der Sehne, vor allem Eversion gegen Widerstand mit einem Band sowie einbeinige Wadenheber und Balanceübungen. Ein seitlicher Fersenkeil im Schuh kann entlasten. Plane Monate ein, nicht Tage, denn Sehnen passen sich langsam an.
Hilft exzentrisches Training bei der Peroneus-Tendinopathie?
Ja, aber es muss nicht zwingend reine Exzentrik sein. Die neuere Evidenz zeigt, dass bei Sehnen-Tendinopathien die Belastungshöhe und die Intensität der Muskelanspannung wichtiger sind als die genaue Kontraktionsform. Exzentrik, schweres langsames Krafttraining und kombinierte Programme wirken vergleichbar gut. Entscheidend ist eine Übung, die die Peroneussehnen unter spürbarer, langsam steigender Last fordert, über Wochen durchgezogen.
Wie lange dauert die Heilung einer Peroneus-Tendinopathie?
Rechne in Monaten, nicht Wochen. Konservativ rechnet man mit einem Behandlungszeitraum von rund vier bis sechs Monaten, bis eine hartnäckige Reizung wirklich abklingt. Das Krafttraining sollte mindestens drei Monate als Hauptbehandlung laufen, bevor man Zusätze wie Stoßwelle erwägt. Wer nach zwei schmerzfreien Tagen zurück in den vollen Umfang springt, landet fast sicher wieder am Anfang.
Hat ein altes Umknicken etwas mit der Außenseiten-Sehne zu tun?
Oft ja. Eine chronische seitliche Bandinstabilität nach einem früheren Umknicken zwingt die Peroneussehnen, das wackelige Gelenk dauerhaft zu stabilisieren. Genau deshalb entwickelt sich aus einem alten Bänderschaden Monate später häufig ein Sehnenproblem. Wenn du früher umgeknickt bist, ist gezieltes Stabilitäts- und Krafttraining für die Außenseite keine Kür, sondern Vorbeugung.
Darf ich mit der Peroneus-Tendinopathie weiterlaufen?
Oft ja, aber in reduzierter Dosis und unter der Schmerzschwelle. Eine bewährte Regel: Beschwerden bis etwa 3 von 10 während und nach dem Lauf sind tolerierbar, solange sie am nächsten Morgen nicht schlimmer sind. Senke Umfang und schnelle Richtungswechsel, laufe lockerer auf gleichmäßigem Untergrund und parallel baust du das Krafttraining auf. Schwellung, hörbares Schnappen oder Schmerz, der trotz Entlastung bleibt, gehören abgeklärt.
Brennt deine Außenseite beim Laufen?
Lass uns gemeinsam schauen, woher die Überlastung der Peroneussehnen kommt und wie du mit dosierter Last und gezieltem Krafttraining schmerzfrei zurückkommst.
Quellen und Referenzen
Challoumas, D., Crosbie, G., O'Neill, S., Pedret, C. & Millar, N. L.
Effectiveness of Exercise Treatments with or without Adjuncts for Common Lower Limb Tendinopathies: A Living Systematic Review and Network Meta-analysis
Netzwerk-Meta-Analyse
Sports Medicine - Open, 9:42 (2023). PMID: 37300758