Migräne und Ausdauersport: Trigger erkennen, um Attacken herum trainieren, Medikamente richtig einordnen
Dienstag Intervalle, Mittwochmittag die Attacke. Und trotzdem empfehlen Neurologen Ausdauersport gegen Migräne. Wie beides zusammenpasst, wie du deine Auslöser findest und welche Migränemittel im Wettkampf erlaubt sind.
Das Wichtigste in Kürze
Sport kann Attacken auslösen und ihnen vorbeugen. 38 Prozent der Patientinnen und Patienten einer Kopfschmerzklinik kannten Attacken nach Belastung, trotzdem senkt regelmäßiges Ausdauertraining die Zahl der Migränetage.
Belastung allein kippt selten die Attacke. Stress (80 Prozent), ausgelassene Mahlzeiten (57 Prozent) und schlechter Schlaf (50 Prozent) werden weit häufiger als Auslöser genannt als Sport (22 Prozent).
Wie viel Training bringt, ist umstritten. Eine Meta-Analyse fand 0,6 Migränetage weniger pro Monat, eine Netzwerk-Meta-Analyse 2 bis 3,5 Tage.
Triptane und Ibuprofen sind im Wettkampf erlaubt. Opioide wie Tramadol und Kortison in Tablettenform verbietet die WADA-Liste 2026 im Wettkampf, Betablocker nur in einzelnen Präzisionssportarten.
Ein Kopfschmerztagebuch zeigt dein Muster. Training, Schlaf, Essen und Trinken über acht bis zwölf Wochen notiert, und die Kombination, die bei dir auslöst, wird sichtbar.
Ausdauersport kann eine Migräneattacke auslösen, beugt Migräne bei regelmäßigem Training aber eher vor. Die deutsche Leitlinie empfiehlt Ausdauersport zur Prophylaxe. Meist kippt eine Kombination aus harter Einheit, wenig Schlaf, leerem Magen und Hitze die Attacke. Gängige Migränemittel wie Triptane und Ibuprofen sind im Wettkampf erlaubt.
Dienstagabend, sechs mal drei Minuten an der Schwelle. Danach schnell eine Pizza, um halb elf noch Mails, sechs Stunden Schlaf. Mittwoch gegen Mittag flimmert es am Bildschirmrand, eine Stunde später pocht die linke Schläfe. Und der erste Gedanke ist: Das Training war schuld.
Manchmal stimmt das. Hille Koppen und Peter van Veldhoven befragten 2013 in einer niederländischen Kopfschmerzklinik 103 Menschen mit Migräne. 39 von ihnen, also 38 Prozent, kannten Attacken, die innerhalb von 48 Stunden nach Sport begannen. Bei 69 Prozent davon war Laufen oder Cardiotraining der Auslöser. Gut die Hälfte der Attacken setzte noch während der Belastung ein, die übrigen im Mittel 160 Minuten nach dem Ende, manche erst nach zwölf Stunden.
Mehr als die Hälfte der Betroffenen gab die Sportart danach auf. Das ist die schlechteste Lösung, und die Studie selbst zeigt, warum: Die meisten konnten lockere Belastung weiter ohne Attacke machen. Probleme machte vor allem das Harte.
Ein Review der European Headache Federation (Amin und Kollegen, 2018) beschreibt dieses Paradox. Sport kann Attacken auslösen, regelmäßiges Training senkt aber offenbar die Zahl der Attacken. Die Autorinnen und Autoren vermuten, dass bei Trainierten die Schwelle steigt, ab der eine Attacke anspringt. Bewiesen ist das nicht. Es passt aber zu dem, was wir bei Athletinnen und Athleten mit Migräne sehen: Wer dranbleibt, hat meist weniger, nicht mehr Attacken.
Abgrenzen musst du die Migräne vom Belastungs-Kopfschmerz, der nur während oder direkt nach Anstrengung auftritt und dort ausführlich erklärt ist, samt Warnzeichen. Ein Satz dazu gehört trotzdem hierher: Ein Kopfschmerz, der schlagartig innerhalb einer Minute maximal wird, oder eine erstmals erlebte Aura mit Lähmung, Taubheit oder Sprachstörung ist ein Notfall. Dann 112, nicht ins Auto.
Deine Trigger erkennen
Leonard Kelman wertete 2007 die Angaben von 1.207 Menschen mit Migräne zu ihren Auslösern aus. 76 Prozent nannten mindestens einen. Ganz oben stand Stress mit fast 80 Prozent, bei Frauen folgten hormonelle Schwankungen mit 65 Prozent. Dann kam etwas, das jeder Ausdauersportler kennt: nichts gegessen, 57 Prozent. Wetter, gestörter Schlaf, Hitze. Sport landete mit 22 Prozent weit hinten.
Für Sportlerinnen und Sportler ist das eine wichtige Nachricht. Die Einheit selbst ist oft nur der letzte Tropfen. Der lange Lauf am Sonntag, nüchtern gestartet, weil Frühstück vor 25 Kilometern schwer im Magen liegt. Das Rennen nach einer unruhigen Nacht im Hotel, bei 28 Grad, mit zu wenig getrunken. Vier Trigger auf einmal, und am Ende heißt es, der Wettkampf habe die Migräne gebracht.
Herausfinden kannst du das nur mit Aufschreiben. Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie nennt das Kopfschmerztagebuch als Werkzeug, um Attacken und Therapie zu verfolgen. Für dich als Sportlerin oder Sportler reicht ein Notizbuch oder die Kommentarzeile deiner Trainings-App. Notiere pro Tag:
Einheit, Dauer und wie hart sie sich angefühlt hat,
Schlafdauer der Nacht davor,
was und wann du vor dem Training gegessen und getrunken hast,
Temperatur und, falls du menstruierst, den Zyklustag,
Beginn und Stärke einer Attacke sowie jedes Medikament.
Drei Zeilen pro Tag reichen. Nach einigen Wochen zeigt das Tagebuch, welche Kombination bei dir vor einer Attacke steht.
Nach acht bis zwölf Wochen hast du genug Einträge, um Muster zu sehen. Ein einzelner Trigger erklärt selten etwas. Zwei oder drei, die immer wieder zusammen vor einer Attacke stehen, schon. Wenn die Attacke nach harten Einheiten fast nur nach kurzer Nacht kommt, ist nicht das Intervalltraining dein Problem.
Bei Verpflegung und Hitze kannst du am meisten selbst drehen. Eine Mahlzeit zwei bis drei Stunden vor harten Einheiten, Getränke mit Natrium bei langen und warmen Einheiten (wie viel, steht in unserem Artikel zur Trinkstrategie mit Natrium) und harte Intervalle im Sommer früh am Morgen statt in der Mittagshitze. Das ist kein Heilmittel, aber es nimmt dem Training die Trigger, die gar nicht zum Training gehören.
Was regelmäßiges Training gegen Migräne bringt
Die Patientenleitlinie zur Migränetherapie von Deutscher Gesellschaft für Neurologie und Deutscher Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (2025) ist hier eindeutig: Regelmäßiger Ausdauersport und Bewegung werden zur Vorbeugung empfohlen. Im selben Atemzug sagt sie, dass die Studien dafür klein sind und die Wirkung noch nicht beweisen. Diese Ehrlichkeit ist selten.
Die bekannteste Studie stammt aus Göteborg. Emma Varkey und Kollegen teilten 2011 91 Menschen mit Migräne per Los in drei Gruppen. Eine trainierte drei Monate lang dreimal pro Woche 40 Minuten Ausdauertraining unter Anleitung, eine machte Entspannungsübungen, eine nahm Topiramat, ein Standardmedikament zur Vorbeugung. Im letzten Behandlungsmonat hatten alle drei Gruppen ähnlich viel weniger Attacken: 0,93 mit Sport, 0,83 mit Entspannung, 0,97 mit Topiramat. Ein statistischer Unterschied ließ sich nicht finden.
Weniger als eine Attacke pro Monat klingt mager. Bei jemandem mit drei Attacken im Monat ist das aber fast ein Drittel, und das Training kam ohne die Nebenwirkungen, die in der Topiramat-Gruppe auftraten.
Und die Intensität? Henner Hanssen und sein Team in Basel verglichen 2018 bei 45 Menschen mit Migräne zwei Trainingsformen über zwölf Wochen, je zweimal pro Woche. Hochintensives Intervalltraining (HIIT) mit vier mal vier Minuten bei 90 bis 95 Prozent der maximalen Herzfrequenz senkte die Migränetage am deutlichsten. Moderates Dauertraining schnitt nicht besser ab als die Kontrollgruppe. Neun Leute stiegen aus, die Studie ist klein. Aber sie zeigt, dass Intervalle bei Migräne nicht verboten sind, solange du sie über Wochen aufbaust.
Für wen ist das? Für alle, die mehrere Attacken im Monat haben und bisher unregelmäßig trainieren. Wer ohnehin fünf Mal pro Woche läuft, gewinnt durch mehr Umfang vermutlich wenig. Bei dir liegt der Hebel eher bei den Triggern rund ums Training.
Wie viel bringt Training? Zwei Meta-Analysen, zwei Größenordnungen
Hier gehen die Zahlen auseinander, und zwar deutlich.
Joris Lemmens und Kollegen aus Antwerpen werteten 2019 sechs Studien mit 357 Menschen aus. Ihr Ergebnis: Aerobes Training senkte die Migränetage um 0,6 pro Monat. Die Evidenz bewerten sie als moderat, die Effekte als klein. Für Schmerzstärke und Dauer der Attacken wollten sie sich nicht festlegen, dafür waren die Messungen zu unterschiedlich. Und sie forderten Studien mit ausreichend intensivem Training.
Yohannes Woldeamanuel und Arão Oliveira von der Stanford University rechneten 2022 eine Netzwerk-Meta-Analyse mit 21 Studien und 1.195 Teilnehmenden. Sie verglichen Trainingsformen und Medikamente, auch dort, wo es keine direkten Vergleichsstudien gab. Krafttraining senkte die Migränetage um 3,55 pro Monat, intensives Ausdauertraining um 3,13, moderates um 2,18. Topiramat lag bei 0,98 Tagen, und das Ergebnis war nicht einmal statistisch sicher.
So viele Migränetage pro Monat weniger, je nach Analyse
Mittlere Differenz der Migränetage pro Monat gegenüber Kontrolle. Dunkelblau und Orange: Woldeamanuel und Oliveira 2022 (21 Studien, 1.195 Teilnehmende), Blaugrau: Lemmens und Kollegen 2019 (vier gepoolte Studien).
Ein Faktor fünf zwischen zwei seriösen Analysen. Wie kommt das? Die Netzwerk-Meta-Analyse schließt mehr und neuere Studien ein, auch solche, in denen Training mit Ernährungsumstellung kombiniert war. Ein Teil der Studien trug ein hohes Verzerrungsrisiko, und Krafttraining und Topiramat wurden nie direkt gegeneinander getestet. Lemmens dagegen poolte für die Migränetage nur vier Studien mit zusammen 176 Teilnehmenden und rechnete konservativ.
Wer hat recht? Wir lassen das offen. Beide Arbeiten zeigen in dieselbe Richtung, nur die Größe des Effekts ist unsicher. Für dich heißt das: Training ist eine sinnvolle Säule der Vorbeugung, aber kein Ersatz für ein Medikament, wenn deine Neurologin eines empfiehlt. Und dass Krafttraining vorn liegt, ist ein guter Grund, die zwei Krafteinheiten pro Woche nicht als Erstes zu streichen.
Training um Attacken herum planen
Während einer Attacke trainierst du nicht. Das klingt banal, aber Ausdauersportler sind Meister im Durchziehen. Migräne verstärkt sich typischerweise bei körperlicher Aktivität, schon Treppensteigen kann den Schmerz hochtreiben. Die Einheit ist gestrichen, nicht verschoben.
Danach kommt oft ein Tag, an dem du dich matt und unkonzentriert fühlst, obwohl der Kopfschmerz weg ist. An so einem Tag holst du nicht das verpasste Intervalltraining nach. Ein lockerer Lauf von 30 Minuten oder ein Ruhetag passen besser. Die Woche ist deshalb nicht verloren, und eine harte Einheit weniger kostet dich keine Form.
Wenn harte Belastung bei dir Attacken anstößt, hilft dieselbe Logik wie bei Koppen: lockere Einheiten weitermachen, Intensität langsam zurückholen. Wärm dich vor Intervallen länger auf, als du es gewohnt bist, und steig nicht kalt in die erste Wiederholung. Wie ein gutes Aufwärmen aussieht, steht in einem eigenen Artikel. Die Studienlage zum Aufwärmen bei Migräne ist dünn, die Erfahrung vieler Betroffener spricht aber dafür, und schaden kann es nicht.
Am Tag nach einer Attacke lieber kurz und locker auf der Rolle als das verpasste Intervalltraining nachholen.
Ein Detail wird oft übersehen. Bei Koppen begann ein Teil der Attacken erst Stunden nach dem Sport. Die Phase nach der Einheit zählt also mit: zügig essen, trinken, nicht direkt in den nächsten Termin hetzen. Wer nach dem Abendtraining um 22 Uhr noch nichts gegessen hat und um Mitternacht ins Bett geht, stapelt zwei Trigger für den nächsten Tag.
Beispiel-Woche
So trainierten die Teilnehmenden in den Migräne-Studien
3 Einheiten pro Woche12 Wochen als Block40 min pro Einheit
Zwei ruhigere Einheiten à 40 Minuten auf Rad, Laufband oder draußen, im Hauptteil etwas anstrengend bis anstrengend, 14 bis 16 auf der Borg-Skala (wie bei Varkey).
Eine Intervalleinheit erst nach einigen Wochen: 4 × 4 Minuten bei 90 bis 95 Prozent der maximalen Herzfrequenz mit lockeren Pausen (wie bei Hanssen), nur wenn die ruhigen Einheiten ohne Attacke bleiben.
Langsam einsteigen: die ersten Minuten jeder Einheit bewusst locker, die Intensität erst danach steigern.
Vorher gegessen und getrunken: keine harte Einheit mit leerem Magen oder nach einer kurzen Nacht.
Tagebuch führen: Einheit, Schlaf, Essen und Attacken notieren und nach zwölf Wochen auswerten.
Beispielhafte Orientierung aus den Studien von Varkey (2011) und Hanssen (2018), kein individueller Trainingsplan. Wenn deine Migräne neu ist oder sich ihr Muster verändert, kläre sie vorher ärztlich ab.
Medikamente und Anti-Doping: was im Wettkampf erlaubt ist
Für die akute Attacke nennt die Leitlinie zuerst einfache Schmerzmittel: Ibuprofen (400 mg wirken besser als 200 mg), Acetylsalicylsäure, Paracetamol 1.000 mg oder Naproxen 500 mg. Reicht das nicht, kommen Triptane dazu, Medikamente, die gezielt in den Migränemechanismus eingreifen. Welche Mittel und welche Dosis für dich passen, besprichst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Eine Grenze gilt für alle. Wer Schmerzmittel zu oft nimmt, riskiert einen Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch. Laut Leitlinie liegt die Schwelle für einfache Schmerzmittel bei 15 Einnahmetagen pro Monat, für Triptane und Kombinationspräparate bei 10. Wer dazu noch vor langen Läufen vorsorglich Ibuprofen nimmt, kommt schneller an diese Grenze, als er denkt. Warum Ibuprofen vor dem Marathon ohnehin keine gute Idee ist, steht in einem eigenen Artikel.
Und der Wettkampf? Die WADA-Verbotsliste 2026 enthält keine Triptane, kein Ibuprofen, kein ASS und kein Paracetamol. Diese Mittel darfst du auch am Renntag nehmen. Anders sieht es bei drei Gruppen aus, die in der Migränebehandlung vorkommen:
Opioide wie Morphin und Fentanyl sind im Wettkampf verboten, Tramadol seit 2024 ebenfalls. Außerhalb des Wettkampfs sind sie nicht verboten, sie müssen aber bis zum Start aus dem Körper sein.
Glukokortikoide wie Prednison, die manchmal bei langen, schweren Attacken gegeben werden, sind im Wettkampf als Tablette, Spritze oder Zäpfchen verboten. Die WADA rechnet bei Tabletten meist mit drei Tagen Auswaschzeit, bei einigen Wirkstoffen und Depotpräparaten länger.
Betablocker wie Propranolol und Metoprolol, laut Leitlinie gut belegte Mittel zur Vorbeugung, sind nur in einzelnen Präzisionssportarten wie Schießen und Bogenschießen verboten. Laufen, Radsport, Triathlon und Schwimmen gehören nicht dazu.
Betablocker sind für Ausdauersportler trotzdem ein Thema, nur kein Doping-Thema. Sie senken die Herzfrequenz, auch unter Belastung, und laut Leitlinie gehören Müdigkeit und niedriger Blutdruck zu den häufigen Nebenwirkungen. Deine Pulszonen stimmen dann nicht mehr, und Tempo, das sich früher locker anfühlte, wirkt schwer. Sprich das bei der Wahl der Vorbeugung offen an. Es gibt Alternativen.
Vor einem Rennen mit Dopingkontrollen prüfst du jedes Präparat in der Medikamentendatenbank NADAmed der Nationalen Anti Doping Agentur. Brauchst du ein verbotenes Mittel aus medizinischen Gründen, gibt es die medizinische Ausnahmegenehmigung (TUE). Für die meisten Hobby-Rennen ohne Kontrollen ist das alles Theorie. Wer aber in Ligen oder bei Meisterschaften startet, sollte es vor der Saison klären, nicht am Renntag.
Wie dich das Strongerlab Coaching mit Migräne unterstützt
Mit Migräne ist nicht das Training an sich das Problem, sondern ein Plan, der jede Woche gleich hart ist und keine Luft lässt. Im Strongerlab Coaching bauen wir dir ein Trainingsprogramm, in dem harte Einheiten dosiert und mit Abstand stehen und die Krafteinheiten ihren festen Platz haben.
Jeder Trainingszyklus bekommt einen neuen Plan. Deine Rückmeldung fließt ein, auch wann es Attacken gab und welche Einheiten gestrichen wurden. Fällt eine Woche schwächer aus, berücksichtigt der nächste Plan das.
✓Harte Einheiten mit genug Abstand
✓Krafttraining fest im Plan
✓Intensität wird über Wochen aufgebaut
✓Verpflegung rund um Training und Wettkampf mitgedacht
Wir erstellen Trainingsprogramme und keine medizinischen Diagnosen. Diagnose und Behandlung deiner Migräne gehören zu deiner Hausärztin, deinem Neurologen oder einer Kopfschmerzambulanz.
1
Status-Quo Analyse
Wir sehen uns dein bisheriges Training an, wie die harten Einheiten verteilt waren und wann du dich danach schlecht gefühlt hast.
2
Strukturiertes Trainingsprogramm
Ein Plan mit ruhiger Basis, Kraft und dosierten Intervallen, der zu deinem Alltag und deinem Wettkampfziel passt.
3
Anpassung im nächsten Zyklus
Deine Rückmeldung und deine Trainingsdaten fließen in den nächsten Zyklus ein. Liefen die Intervalle gut, geht der nächste Plan einen Schritt weiter.
Du willst das nicht allein planen? In einem kostenlosen 15-Minuten-Erstgespräch klären wir, ob das Coaching zu dir passt.
Ja. Die deutsche Leitlinie zur Migränetherapie empfiehlt regelmäßigen Ausdauersport sogar zur Vorbeugung. In Studien sank die Zahl der Migränetage nach zehn bis zwölf Wochen Training, wie stark, ist umstritten. Wer bisher kaum trainiert, steigert die Intensität langsam, weil harte Belastung bei manchen Menschen selbst eine Attacke anstößt.
Soll ich während einer Migräneattacke trainieren?
Nein. Typisch für Migräne ist, dass der Kopfschmerz bei körperlicher Aktivität zunimmt. Während der Attacke gehört die Einheit gestrichen, ohne schlechtes Gewissen. Am Tag danach fühlen sich viele noch matt, dann ist eine lockere, kurze Einheit oder ein Ruhetag sinnvoller als das verpasste Intervalltraining.
Warum bekomme ich nach dem Laufen Migräne?
In einer niederländischen Kopfschmerzklinik kannten 38 Prozent der Migränepatienten Attacken nach Belastung, meist beim Laufen oder Cardiotraining und vor allem bei hoher Intensität. Oft kommt aber mehr zusammen: zu wenig gegessen, zu wenig getrunken, schlecht geschlafen, Hitze. Ein Tagebuch über acht bis zwölf Wochen zeigt, welche Kombination bei dir die Attacke auslöst.
Sind Triptane im Wettkampf erlaubt?
Ja. Triptane stehen ebenso wenig auf der WADA-Verbotsliste 2026 wie Ibuprofen, ASS oder Paracetamol. Verboten sind im Wettkampf dagegen Opioide wie Morphin, Fentanyl und Tramadol sowie Glukokortikoide in Tablettenform. Betablocker zur Vorbeugung sind nur in einzelnen Präzisionssportarten verboten. Prüfe jedes Präparat vor dem Rennen in der Medikamentendatenbank NADAmed.
Welches Training hilft am besten gegen Migräne?
In einer Netzwerk-Meta-Analyse von 2022 schnitten Krafttraining und intensives Ausdauertraining am besten ab, mit gut drei Migränetagen weniger pro Monat. Moderates Ausdauertraining folgte mit rund zwei Tagen. Die Vergleiche sind allerdings indirekt und die Studien klein. Eine ältere Meta-Analyse fand nur 0,6 Tage weniger. Das Training, das du über Monate durchhältst, schlägt das theoretisch beste.
Training, das zu deinem Kopf passt
Du willst regelmäßig trainieren, ohne dass jede harte Woche in einer Attacke endet? Wir bauen dir ein Trainingsprogramm mit dosierter Intensität und festen Krafteinheiten.
Quellen und Referenzen
Woldeamanuel, Y. W., Oliveira, A. B. D.
What is the efficacy of aerobic exercise versus strength training in the treatment of migraine? A systematic review and network meta-analysis of clinical trials
Meta-Analyse
The Journal of Headache and Pain, 23(1):134 (2022). DOI: 10.1186/s10194-022-01503-y
Lemmens, J., De Pauw, J., Van Soom, T., Michiels, S., Versijpt, J., van Breda, E., Castien, R., De Hertogh, W.
The effect of aerobic exercise on the number of migraine days, duration and pain intensity in migraine: a systematic literature review and meta-analysis
Meta-Analyse
The Journal of Headache and Pain, 20(1):16 (2019). DOI: 10.1186/s10194-019-0961-8