Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Wochen senken die Beschwerden um rund 60 Prozent. Im kontrollierten Versuch liefen die Teilnehmenden 14 Tage täglich eine Stunde mit 90 g Kohlenhydraten pro Stunde, die Placebogruppe verbesserte sich nicht.
  • Das Protokoll passt auf einen Zettel: 60 Minuten locker, alle 20 Minuten 30 g Glukose und Fruktose im Verhältnis 2:1, dazu Wasser. Eine Studie von 2025 fand schon nach sieben Tagen 38 Prozent weniger Beschwerden.
  • Trainiert wird die Aufnahme, nicht die Darmbarriere. Die Malabsorption sinkt um 45 bis 54 Prozent, Magenentleerung und Marker der Darmschädigung ändern sich nicht zuverlässig.
  • Bei Eliteathleten mit ohnehin hoher Zufuhr fällt der Effekt klein aus. Am meisten gewinnt, wer bisher wenig oder gar nichts im Training isst.
  • Nicht jede Bauchbeschwerde ist ein Fall für Gut Training. FODMAP-Reaktionen, Reizdarm und Seitenstechen brauchen einen anderen Weg, der Wegweiser unten sortiert das.

Was ist Gut Training?

Gut Training heißt, den Darm durch wiederholte Kohlenhydratzufuhr während des Trainings an hohe Mengen zu gewöhnen. Im bekanntesten Protokoll läuft man 14 Tage lang täglich eine Stunde und nimmt dabei 90 g Kohlenhydrate pro Stunde auf. Danach sinken Beschwerden und Malabsorption deutlich, und die Leistung im Anschlusstest steigt.

Die Idee dahinter kennst du vom Rest deines Trainings. Ein Reiz, oft genug wiederholt, führt zu einer Anpassung. Beim Gut Training ist der Reiz die Kohlenhydratzufuhr unter Belastung. Was sich dabei im Darm anpasst, ist allerdings weniger klar, als viele Ratgeber behaupten.

Der Mechanismus, der am häufigsten genannt wird, ist der Transporter SGLT1. Er schleust Glukose aus dem Darm ins Blut, und seine Menge ist nicht fix. Bei Mäusen hat sich die Zahl der Transporter unter kohlenhydratreicher Kost innerhalb von zwei Wochen fast verdoppelt. Beim Menschen ist das nie direkt gemessen worden. Ein aktueller Review von 2026 hält fest, dass Gut Training bisher keine höhere Verbrennung der aufgenommenen Kohlenhydrate gezeigt hat, wohl aber weniger unverdaute Kohlenhydrate im Darm. Die Magenentleerung beschleunigt sich dabei nicht messbar.

Gut Training macht den Bauch also toleranter und die Aufnahme sauberer. Ein Darm, der plötzlich 150 g pro Stunde verbrennt, kam in keiner Studie heraus.

Abzugrenzen ist es von der Kohlenhydratperiodisierung und von Train-low. Bei Train-low trainierst du bewusst mit leeren Glykogen-Speichern. Gut Training geht in die Gegenrichtung: viel tanken und den Darm an diese Menge gewöhnen. Beides hat seinen Platz in der Saison, nur nicht in derselben Einheit.

Welche Magen-Darm-Beschwerde hast du?

Gut Training ist ein Werkzeug für ein bestimmtes Problem: Der Bauch rebelliert, sobald du unter Belastung mehr isst. Für andere Beschwerden gibt es bessere Wege. Ordne dich zuerst ein, bevor du zwei Wochen lang täglich Gels schluckst.

Krämpfe und Übelkeit ab einer bestimmten Menge

Bis zum zweiten Gel geht alles, ab dem dritten wird es eng. Dann bist du hier richtig. Prüfe zusätzlich, ob dein Produkt überhaupt mehr als 60 g pro Stunde hergibt: Kohlenhydrate im Wettkampf.

Blähungen und Stuhldrang nach bestimmten Lebensmitteln

Zwiebeln am Vorabend, Vollkorn am Morgen, ein Gel mit Zuckeralkoholen: Wenn bestimmte Lebensmittel die Beschwerden auslösen, hilft eine kurze, geplante Low-FODMAP-Phase mehr als Gewöhnung.

Der Bauch macht auch an Ruhetagen Probleme

Beschwerden über Monate, auch ohne Training, sind kein Trainingsthema. Wie du belastungsbedingte Probleme von einem Reizdarm abgrenzt und welche Warnzeichen ärztlich abgeklärt gehören, steht dort.

Es sticht unter dem Rippenbogen

Ein scharfer, seitlicher Schmerz beim Laufen, der in Ruhe nach Minuten verschwindet, ist meist Seitenstechen. Das hat mit Verdauung wenig zu tun und braucht andere Maßnahmen.

Du überlegst, ob Probiotika helfen

Die Studienlage zu Probiotika gegen Magen-Darm-Beschwerden ist gemischt. Was dran ist und was nicht, liest du unter Probiotika im Ausdauersport. Gut Training ersetzen sie nicht.

Alarmzeichen wie Blut im Stuhl, ungewollter Gewichtsverlust, nächtliche Beschwerden oder Fieber gehören immer zuerst in eine ärztliche Praxis. Gut Training ist für einen gesunden Darm gedacht, der unter Belastung an seine Grenze kommt.

Warum der Darm zur Leistungsgrenze wird

Magen-Darm-Beschwerden sind im Ausdauersport kein Randthema. Ein Review schätzt, dass 30 bis 50 Prozent aller Ausdauersportler regelmäßig damit zu tun haben. Bei 96 Freizeitläuferinnen und -läufern in Liverpool und Dublin hatten 27 Prozent während des Marathons mittlere bis starke Symptome, am häufigsten Übelkeit. Im Ultra liegt die Zahl in manchen Erhebungen über 90 Prozent. Wir sehen das auch bei den Athletinnen und Athleten, die wir betreuen: Der Bauch ist eines der häufigsten Themen überhaupt.

Unter langer oder harter Belastung passiert im Bauch zweierlei. Der Körper leitet Blut vom Darm weg zu Muskeln und Haut, die Darmschleimhaut wird schlechter versorgt. Gleichzeitig verändern Stresshormone die Darmbewegung. Die Forschung fasst das als belastungsbedingtes gastrointestinales Syndrom zusammen. Ein systematischer Review sieht die Schwelle bei etwa zwei Stunden und rund 60 Prozent der VO2max, Hitze und Laufen verstärken die Probleme.

Dazu kommt die Aufnahmegrenze. Ein einzelner Zucker wie Glukose nutzt nur einen Transportweg, und der ist bei etwa 60 g pro Stunde voll. Der Überschuss bleibt im Darm, zieht Wasser an und wird zu Krämpfen und Durchfall. Erst Glukose plus Fruktose im Verhältnis von rund 2:1 nutzt zwei Wege parallel, SGLT1 und GLUT5, und erlaubt 90 g pro Stunde. Welche Menge für deine Renndauer passt, steht ausführlich unter Kohlenhydrate im Wettkampf.

Wer im Training Beschwerden hat, bekommt sie im Rennen deutlich häufiger. In einer Befragung von 497 Ausdauersportlern lag die Chance auf Probleme im Wettkampf bei Betroffenen knapp viermal so hoch. Beschwerden im Rennen waren dort der stärkste Faktor für eine Aufgabe. Das Training ist also der Ort, an dem du das Problem siehst, und der Ort, an dem du es lösen kannst.

Was die Studien zeigen

Die Grundlage ist ein randomisiert-kontrollierter Versuch von Costa und Kollegen aus dem Jahr 2017. 25 Ausdauerläuferinnen und -läufer liefen zuerst zwei Stunden bei 60 Prozent VO2max und nahmen dabei alle 20 Minuten 30 g Kohlenhydrate auf. Nach einem einstündigen Distanztest trainierten sie zwei Wochen lang täglich mit Kohlenhydratgel, mit Kohlenhydraten aus echter Nahrung oder mit Placebo, bevor sie den gesamten Test wiederholten. Die Symptome sanken in der Gelgruppe um 60 Prozent und in der Nahrungsgruppe um 63 Prozent. Im Distanztest legten die beiden Gruppen 5,2 beziehungsweise 4,3 Prozent mehr Strecke zurück, die Placebogruppe verlor 2,1 Prozent.

Gut Training verbessert die Laufdistanz, Placebo nicht

+6 % +4 % +2 % 0 % −2 % Distanz-Änderung (%) +5,2 % +4,3 % −2,1 % Gel Echte Nahrung Placebo 1-Stunden-Distanztest nach 2 Wochen · Kohlenhydrat vs. Placebo
Veränderung der zurückgelegten Strecke im einstündigen Lauftest nach zwei Wochen. Nur die mit Kohlenhydraten trainierten Gruppen (Gel, echte Nahrung) verbessern sich, die Placebogruppe verliert leicht. Datenbasis: Costa et al. 2017.

Die Folgestudie von Miall und Kollegen (2018) mit 18 Läufern bestätigt das. Der Wasserstoff-Atemtest, ein Marker für unverdaute Kohlenhydrate, halbierte sich von 13 auf 6 ppm. Im Anschlusstest liefen die Teilnehmenden 12,3 statt 11,7 km. Sechshundert Meter in einer Stunde sind auf einem langen Lauf keine Kleinigkeit.

2025 hat dieselbe Arbeitsgruppe ein kürzeres Protokoll getestet. 44 Ausdauersportler trainierten sieben Tage lang je eine Stunde und nahmen alle 20 Minuten ein Gel mit 29 g Kohlenhydraten. Die Gesamtsymptome im Test mit 87 g pro Stunde sanken um 38 Prozent. Interessant ist die Vergleichsgruppe: Sie aß im selben Rhythmus Nussmus statt Gel und kam auf 27 Prozent weniger Beschwerden. Wir lesen das so, dass ein Teil des Effekts schlicht Gewöhnung ans Essen unter Belastung ist.

Die systematische Übersicht von Martinez und Kollegen (2023) fasst acht Studien mit Protokollen von 4 bis 28 Tagen zusammen. Mit zweiwöchigen Kohlenhydratprotokollen sank das Bauchunbehagen im Mittel um 47 Prozent und die Malabsorption um 45 bis 54 Prozent. Magenentleerung und Marker der Darmschädigung veränderten sich nicht. Zwei weitere systematische Reviews, 2023 an Ultra-Athleten und 2025 über 29 Studien, kommen zum gleichen Bild: Gut Training und eine kurze Low-FODMAP-Phase sind die vielversprechendsten Strategien. Das Positionspapier der Sports Dietitians Australia von 2025 gibt Gut Training die höchste Evidenzstufe ihres Schemas und schreibt dazu, dass der Effekt von Menge, Art und Dauer der Wiederholung abhängt und von Mensch zu Mensch schwankt.

Für Hobby- und Vereinsathleten, die im Training bisher wenig oder nichts essen, ist die Studienlage damit klar genug, um es auszuprobieren. Die Stichproben sind klein, die Richtung ist aber in allen Arbeiten dieselbe.

Das Gut-Training-Protokoll: 14 Tage, 90 g pro Stunde

Das Protokoll ist simpel. Die Teilnehmenden liefen 14 Tage am Stück jeden Tag eine Stunde locker, bei etwa 60 Prozent der VO2max, also im Gesprächstempo. Alle 20 Minuten gab es 30 g Kohlenhydrate aus Glukose und Fruktose im Verhältnis 2:1. Das ergibt 90 g pro Stunde, ab der ersten Einheit und ohne Steigerung. Davor und danach stand ein Test über zwei Stunden mit derselben Zufuhr.

Ob du die Kohlenhydrate als Gel oder als echte Nahrung nimmst, war in der Studie von 2017 fast egal. Beide Gruppen verbesserten sich ähnlich. Wasser gehört dazu. Ein Gel ohne Flüssigkeit liegt lange im Magen.

Beispiel-Programm

Gut-Training-Block nach dem Studienprotokoll

14 Tage am Stück täglich 60 min locker 90 g/h, Glukose:Fruktose 2:1
  1. Ausgangstest: zwei Stunden locker mit 30 g Kohlenhydraten alle 20 Minuten. Notiere Übelkeit, Völlegefühl, Krämpfe und Stuhldrang auf einer Skala von 0 bis 10.
  2. Tag 1 bis 14: jeden Tag 60 Minuten locker laufen oder fahren, bei Minute 0, 20 und 40 je 30 g Kohlenhydrate mit ein paar Schlucken Wasser.
  3. Wiederholungstest an Tag 15: dieselbe Zwei-Stunden-Einheit mit derselben Zufuhr, Beschwerden wieder notieren und vergleichen.
  4. Danach halten: jede Woche ein bis zwei lange Einheiten mit Wettkampfmenge, Wettkampfprodukt und Abschnitten im Renntempo.

Beispielhafte Orientierung aus den zitierten Studien (Costa 2017, Miall 2018), kein individueller Trainingsplan. Verträgst du 90 g pro Stunde in der lockeren Stunde noch nicht, starte niedriger und steigere schrittweise. Beschwerden auch an Ruhetagen, Blut im Stuhl oder starke Schmerzen bitte ärztlich abklären.

Die Studien starteten direkt bei 90 g pro Stunde. Viele Athletinnen und Athleten, die wir betreuen, schaffen das in der ersten Woche nicht. Wer bisher im Training nur Wasser trinkt, beginnt bei uns mit 60 g pro Stunde, also der Menge, die ein einzelner Zucker abdeckt, und geht über die Wochen auf 90 g. Das deckt sich mit der Steigerung in Kohlenhydrate im Wettkampf. Eine Studie, die verschiedene Steigerungen vergleicht, gibt es nicht. Das ist Praxis, kein Protokoll.

Als grobe Orientierung nennt das Positionspapier von 2025 für die meisten aktiven Menschen etwa 1 g Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpergewicht und Stunde als gut verträglich, als 6- bis 10-prozentige Glukoselösung. Bei 70 kg sind das 70 g pro Stunde. Alles darüber hängt von deiner individuellen Toleranz ab. Das gilt für mehr Menge genauso wie für Riegel oder konzentrierte Gels. Und diese Toleranz trainierst du hier.

Am besten belegt ist der Block für Läufer. Alle Kernstudien liefen auf dem Laufband. Auf dem Rad ist die Erschütterung geringer und die Zufuhr meist leichter. Dass die Gewöhnung dort ähnlich wirkt, ist plausibel, aber nicht eigens untersucht.

So baust du Gut Training in deine Saison ein

Zwei Wochen täglicher Reiz reichen für den Effekt. Offen ist, wie schnell er ohne Übung wieder verschwindet, dazu gibt es keine Daten. Daraus folgen vier Stellschrauben.

Ausdauerläufer reißt während eines langen Trainingslaufs auf einer ruhigen Landstraße ein Energiegel mit den Zähnen auf, verschwitztes graues Laufshirt, GPS-Uhr am Handgelenk
Gut Training heißt: die Verpflegung im echten Training üben. Wer die Zufuhr nur am Renntag testet, trainiert seinen Darm nie.

Den Block früh legen

Wir setzen den 14-Tage-Block sechs bis acht Wochen vor das A-Rennen. Dann bleibt Zeit, die Wettkampfmenge in langen Einheiten zu proben, bevor das Tapering beginnt.

Mehrere Zucker nutzen

Über 60 g pro Stunde brauchst du Multiple Transportable Carbohydrates, also Glukose oder Maltodextrin plus Fruktose. Steht nur Maltodextrin auf der Packung, ist bei 60 g Schluss.

Die Anpassung halten

Nach dem Block übst du jede Woche ein- bis zweimal mit der Wettkampfmenge. Jeukendrup empfiehlt, Training mit hoher Kohlenhydratzufuhr fest in die Trainingswoche zu nehmen.

Im Renntempo proben

Die lockere Stunde baut Toleranz auf. Ob dein Gel bei Marathontempo oder an der Schwelle funktioniert, zeigt erst die lange Einheit mit harten Abschnitten und dem exakten Produkt vom Renntag.

Ein typisches Bild: Eine Triathletin mit dem ersten Ironman isst auf ihren Fünf-Stunden-Ausfahrten zwei Riegel, zusammen etwa 80 g. Im Rennen will sie 90 g pro Stunde schaffen. Zwischen 16 g und 90 g pro Stunde liegt mehr als ein Produktwechsel, und genau diese Lücke schließt ein Block wie oben. Damit ist Gut Training ein fester Baustein einer durchdachten Verpflegung als vierter Disziplin.

Wo die Studien nicht einig sind

Die Zahlen oben klingen eindeutig. Sind sie nicht ganz. Drei Punkte bremsen die Euphorie.

Bei Eliteathleten wirkt es kaum. King und Kollegen ließen 2022 Elite-Geher und hochtrainierte Läufer zwei Wochen lang sehr viele Kohlenhydrate essen, 10 g pro Kilogramm am Tag, und im Training bis 90 g pro Stunde aufnehmen. Der Effekt auf Beschwerden und Leistung fiel klein aus, bei den Gehern stiegen die Symptome im Test sogar. Wer ohnehin viel isst und viel trainiert, hat wenig Luft nach oben. Jeukendrup schrieb schon 2017, dass die Transportkapazität für Glukose beim Menschen in Messungen kaum je über 60 g pro Stunde lag. Am meisten profitieren laut ihm Athleten, die bisher kohlenhydratarm essen oder im Training gar nichts zu sich nehmen.

Ob mehr Kohlenhydrate verbrannt werden, ist offen. Gut Training senkt die Malabsorption, eine höhere Verbrennung der zugeführten Kohlenhydrate hat bisher keine Studie gezeigt. Dafür steigerten Radfahrer, die 28 Tage lang im Training Kohlenhydrate zuführten, die Verbrennung eines Glukosegetränks von 54,6 auf 63,6 g in 100 Minuten (Cox 2010). Der Effekt hängt also womöglich mehr an der täglichen Kohlenhydratmenge als an der einzelnen Trainingseinheit.

Fruktose ist Hilfe und Problem zugleich. Mehr Fruktose im Mix erhöht die Verbrennung, ein Review von 2026 sieht das Optimum bei 0,6 bis 1,0 Teilen Fruktose pro Teil Glukose. Das Positionspapier von 2025 hält Fruktose dagegen für den Hauptgrund der Malabsorption in den frühen Gut-Training-Studien. Wer mit Fruktose kämpft, sollte das Verhältnis im Training testen und nicht nach Etikett entscheiden.

Und 120 g pro Stunde? Bei acht Elite-Marathonläufern verbrannte der Körper mit 120 g mehr Kohlenhydrate als mit 60 oder 90 g, und der Sauerstoffbedarf sank. Übelkeit und Völlegefühl waren bei 120 g aber am stärksten. Die Autoren schreiben selbst, dass vor der Anwendung Gut Training nötig ist. Für die allermeisten bleibt 90 g pro Stunde das sinnvolle Ziel, 120 g sind etwas für sehr lange, harte Rennen mit trainiertem Darm. Wer langsamer unterwegs ist, kommt oft mit weniger aus.

Fehler, Timing und Feinschliff

Der häufigste Fehler ist, Gut Training erst in der Tapering-Woche zu entdecken. Die letzten Tage vor dem Rennen sind zum Ausruhen da, nicht zum ersten Hochfahren der Zufuhr. Wer drei Wochen vor dem Marathon merkt, dass der Bauch bei 60 g pro Stunde streikt, hat noch Zeit für einen verkürzten Block. Eine Woche vor dem Start nicht mehr.

Nahaufnahme einer kohlenhydratreichen Trainingsmahlzeit auf einem Holztisch: eine Schale Reisbrei mit Bananenscheiben, ein Glas Saft, eine Trinkflasche mit trübem Kohlenhydratgetränk und ein Trainingstagebuch im Morgenlicht
Gut Training ist mehr als Gels: Auch kohlenhydratreiche Trainingstage und das Üben von echter Nahrung gehören zur Gewöhnung des Darms.

Der zweite Fehler betrifft die Ballaststoffe. Viele reduzieren sie in den Tagen vor einem langen Rennen, um das Darmvolumen zu senken. Das ist sinnvoll, ersetzt aber kein Gut Training und sollte vor einem Testrennen geprobt werden. Hydrogel-Produkte, die als magenfreundlicher beworben werden, zeigten in einem systematischen Review von 2025 keinen Vorteil gegenüber normalen Kohlenhydratprodukten.

Und Gut Training schützt nicht vor allem. Bei Hitze und Flüssigkeitsmangel bleibt das Risiko bestehen, weil die Durchblutung des Darms dann weiter sinkt. Sehr hohe Intensität wirkt ähnlich. Die Verpflegung gehört deshalb immer zusammen mit Trinken und Hitze geplant, gerade wenn du eine Hitzeakklimatisierung einbaust.

Auf der Langdistanz entscheidet der Unterschied zwischen 60 und 90 g verwertbaren Kohlenhydraten pro Stunde oft mehr über das Ergebnis als die letzten zwei Watt an der Schwelle.

Fazit: zwei Wochen, die sich im Rennen auszahlen

Gut Training ist eine der wenigen Verpflegungsstrategien mit randomisierten Studien, systematischen Reviews und einem Positionspapier dahinter. 14 Tage mit täglich einer Stunde und 90 g Kohlenhydraten pro Stunde senken die Beschwerden um rund 60 Prozent und die Malabsorption um rund die Hälfte. Der Darm wird dabei nicht robuster, aber toleranter.

Wenn dein Bauch erst ab einer bestimmten Menge rebelliert, plane den Block sechs bis acht Wochen vor dem A-Rennen ein und halte ihn danach mit ein bis zwei langen Einheiten pro Woche. Wenn er schon bei kleinen Mengen, bei bestimmten Lebensmitteln oder an Ruhetagen Probleme macht, nimm zuerst den passenden Weg aus dem Wegweiser oben.